Analyse der Makro- und Mikroelemente in Haaren

Die Analyse der Mineralzusammensetzung der Haare ist ein analytischer Test, der im Erkennen der pathologischen Zustände breite Verwendung findet.

Die Konzentration der Spurenelemente kann man sowohl in Körperflüssigkeiten, als auch in Geweben bestimmen. Die Konzentration der Spurenelemente im Blut gibt oft das volle Bild des Gehalts dieser Elemente im Organismus nicht wieder. Das wird dadurch verursacht, dass die Plasma-Zusammensetzung wesentlich von den homöostatischen Mechanismen abhängig ist und die finale Konzentration die Folge der Ausgleichung der Konzentrationen durch einzelne homöostatische Mechanismen ist. Der Elementspiegel im Blut hängt wesentlich von der aktuellen Diät ab. Die Methoden, die heutzutage zur Bestimmung der Spurenelementen-Konzentration verwendet werden, charakterisieren sich durch ihre hohe Empfindlichkeit. Das sind: absorptive Atomspektrometrie (ASA), Spektrometrie mit der Anwendung des induktivgekoppelten Plasmas (ICAP), die Methode der Neutronenaktivierung (NAA). Diese Methoden haben die Nachweisung von über 30 Spurenelementen in Haaren ermöglicht. Viele pathologische Zustände im Organismus sind mit den Veränderungen der Spurenelementenkonzentrationen in Geweben eng verbunden. Es wurde nachgewiesen, dass die beste Methode der Bestimmung der Anzahl der Spurenelemente im Organismus die Untersuchung deren Konzentration in Haaren und Nägeln ist. Das ist ein Alternativverfahren im Verhältnis zu der Blut- und Harnanalyse. Die Haare und Nägel befinden sich außerhalb der Hautfläche und sind aus den metabolischen Prozessen ausgeschlossen. Die Nägel sind hinsichtlich der Schwierigkeiten mit der vollen Entfernung der Exogenverunreinigungen ein weniger nützliches Material im Verhältnis zu Haaren. Die Haare sind dagegen ein indifferentes beständiges Gewebe, das keinen biologischen Veränderungen unterzogen ist. Die äußere Keratinhülle eines Haares verhindert in vollem Maße sowohl den Verlust von inneren Bestandteilen als auch das Einringen von Verunreinigungen von außen vor. Dadurch wird die chemische Zusammensetzung gesichert. Im Gegensatz zu Nägeln können die Verunreinigungen von außen leicht entfernt werden, wodurch man eine sehr gute Wiederholbarkeit der analytischen Ergebnisse erzielen kann.

Die Haarproben entnimmt man auf eine nicht invasive Weise. Man kann sie überlassen sowie übersenden, ohne dass ihre chemische Zusammensetzung geändert wird. Die Analyse der toxischen Spurenelemente in Haaren ist besonders wertvoll. Die Analyse der Spurenelementenkonzentration in Haaren ist die beste Methode zur Bestimmung des Mineralzustandes im Organismus.

Das Haargewebe setzt sich aus dem viel Cystein enthaltenden Protein zusammen. Diese Aminosäure hat dank einer Thiolgruppe (SH) die Bindungseigenschaften für die Elemente der transitiven Gruppen. Dank dem ist die Spurenelementenkonzentration in Haaren fünfzigmal höher als die im Blut und Harn. Viele Forschungszentren der Welt arbeiten an der Beurteilung der Korrelation zwischen der Konzentration der Spurenelemente in den Haaren und der Anzahl dieser Elemente im Organismus, sowohl im Falle des physiologischen Gleichgewichts als auch bei den pathologischen Störungen.

An den Mechanismen des Stoffwechsels beteiligen sich die hinsichtlich der physikalisch- chemischen Eigenschaften und der Teilnahme an den biologischen Strukturen eine wichtige Lebensrolle spielenden Substanzen. Die Umwandlung der anorganischen Verbindungen, insbesondere der Kationen der Metalle (Makro- und Mikroelemente) ist mit den enzymatischen Reaktionen des Organismus verbunden. Der Metabolismus der Makro - und Mikroelemente wird durch die organischen Bestandteile reguliert. Er spielt die entscheidende Rolle bei metabolischen Prozessen und ist von der Leistungsfähigkeit des Hormon- und Nervensystems abhängig.

Die Analyse der Makro- und Mikroelemente in Haaren stellt genau den metabolischen Zustand des Organismus dar. Die Mineralzusammensetzung des Organismus hängt wesentlich von den Außenfaktoren ab. Je nach Art der Nahrung, körperlicher Aktivität und Grad der Umweltverschmutzung verlaufen im Organismus folgende Prozesse: Mineralisation (die Ablagerung der Mineralsubstanzen), Demineralisation (die Verarmung des Organismus an Mineralbestandteilen) oder Transmineralisation (die Umgruppierung der Mineralbestandteile im Organismus). Die Elemente, die infolge des Stoffwechsels freigesetzt werden, dürfen wieder für die Ausführung neuer Aufgaben beim Stoffwechsel verwendet werden.

Physiologische Lebensprozesse hängen nicht nur von der Zusammensetzung und Konzentration der einzelnen Elemente, sondern auch von ihren Proportionen im Organismus ab. Für die einzelnen Bereiche des Organismus ist ein eng bezeichnetes Ionen-Gleichgewicht vorhanden, das konstant erhalten bleibt. Aufgrund der Verhältnisse zwischen den Elementen kann man die metabolische Aktivität und die Regelmäßigkeit der physiologischen Prozesse beurteilen. Zwischen den Spurenelementen sind zusammenwirkende und antagonistische Verhältnisse vorhanden, die auf den Metabolismus des Organismus einen direkten Einfluss haben. Die Erhaltung der richtigen Proportionen zwischen den einzelnen Elementen ist in vielen Fällen wichtiger als ihre richtige Konzentration.

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